Jubel nur auf den Kellern: Warum die ‘kleinen Wirte’ aufs Wochenende hoffen
Bei den Kellerwirten allseits Begeisterung über den Auftakt zur 256. Berkirchweih: Bei idealem Wetter lief das Geschäft gut an – stärker als letztes Jahr, so die einhellige Meinung. Ganz anders zur rechten des Berges, wo Heidis Treff und der Fleischmannsgarten weitgehend leer geblieben sind. Warum werden die Kleinen so vergessen?
Schon klar, der erste Bergtag dreht sich um den Anstich. Wenn der am Entlas stattfindet, kann ganz weit drüben auf der anderen Seite nicht die Hölle los sein. Das wissen auch Rosi Wittmann vom Fleischmannsgarten und Heidi Kalb mit ihrem Kirchweih-Treff. Deswegen planen sie im Voraus mit dem Pfingstwochenende als Kerngeschäft. Dann kommen die Stammgäste, dann kommen die Familien, dann kommen alle, die während der Woche zu arbeiten haben.
Aber dass da am ersten Tag so gar nix geht? Bei 1.000.000 Besucher pro Bergzeit und schon Zehntausenden, die den Auftakt feiern? Dabei haben Fleischmannsgarten und Heidis Treff für den Besucher viel zu bieten. Der heckenumwachsene Garten ist ein Idyll und der frisch gegrillte Fisch allemal was Besonderes im Vergleich zu Krustenbraten oder Schäuferla. Und Heidi Kalb schenkt als einzige auf der Bergkirchweih das Familienbier der Brauerei Alt in Dietzhof aus – bei all dem Geschimpfe unter Berggängern über Konzernbiere sollte das alleine schon die Bänke füllen. “Meine Stammgäste wissen das und kommen auch genau deswegen immer wieder”, sagt Heidi. Was an vielen Tagen fehlt, ist das zusätzliche Laufpublikum.
Natürlich spielt an beiden Ausschänken keine Live-Musik, das wird zu später Stunde viel entscheiden. Am Nachmittag fällt das hingegen kaum ins Gewicht und trotzdem ist da die linke Bergseite schon besser besucht.
Rosi Wittmann sieht die einseitige Bewerbung des Zugangs über die Bergstraße als Problem: “Was mich freuen oder was ich mir wünschen würde, wäre wenn die Stadt mehr herausstellen könnte, dass man den Berg von zwei Seiten besuchen kann. Remmidemmi gibt’s am Berg da vorne. Aber einen familienfreundlichen Berg erleben, heißt eigentlich von hinten anfangen: von den Fahrgeschäften nach vorne. Da ist das Kasperlestheater, da sind die ganzen Fahrgeschäfte, die man auch mit kleineren Kindern besuchen kann. Und da sind wir, als gemütlicher Platz, wo man sitzen und die Kinder ruhig auch mal losschicken kann, wenigstens am Nachmittag. Warum können wir nicht zum Beispiel einen offiziellen Familienaufgang zum Berg vom Bärengarten aus machen?”
Mit ähnlichen Gedanken spielen auch die Wirte am Birkner’s Keller, die gerade einen extra Familienbereich direkt an der Budenstraße eingerichtet haben. Auf dem Birkner’s Keller sind die Besucherzahlen zwar einwandfrei – auch deswegen ist der zusätzliche Biergarten eröffnet worden. Trotzdem wünscht man sich hier ebenfalls mehr Unterstützung für das familiäre Publikum, dem im Tagesgeschäft die wichtigste Rolle zukommt. Von Rosis Idee ist Birkner’s-Betreiber Till Stürmer deswegen begeistert: “Eine zweite Busstation weiter hinten wäre doch eine tolle Erleichterung für Besucher mit Kinderwagen.”
Bliebe immer noch die Frage, warum wir restlichen Berggänger den Weg auf die andere Seite so selten schaffen. Das wäre doch ein perfektes Intro zu jedem Besuch: Erst mal in Ruhe quatschen und genießen. Dann rüber auf die Party-Keller. Wie ist das bei Euch: Wisst ihr nichts vom grünen Fleischmannsgarten? Oder vom speziellen Bier bei Heidi? Oder wollt ihr einfach möglichst früh auf einem Keller sein, wo später Musik gespielt wird?
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