Über den Berg

Die Bergkirchweih, auch der Berg oder fränkisch Berch genannt, ist ein Volksfest im mittelfränkischen Erlangen, das jährlich zum Dreifaltigkeitssonntag (Trinitatis), eine Woche nach Pfingsten, stattfindet.

Die Bergkirchweih beginnt am Donnerstag vor Pfingsten um 17 Uhr mit dem Anstich (vollzogen durch den Oberbürgermeister auf der Tribüne eines jährlich wechselnden Bierkellers) nebst „Bierprobe“ und endet am Montagabend zwölf Tage darauf mit einem traditionellen Fassbegräbnis auf dem Keller, in dem im folgenden Jahr der Anstich stattfinden wird.

Das Kirchweihgelände zieht sich auf einem Kilometer Länge am Hang des Burgbergs am nördlichen Rand der Erlanger Innenstadt entlang. Rund 11.000 (das ganze Jahr über) festinstallierte Sitzplätze unter alten Linden, Kastanien und Eichen machen einen Teil des Geländes zum größten Biergarten Europas.

Die Bergkirchweih gibt es seit dem Jahre 1755. Heute gilt das Volksfest in Erlangen als fünfte Jahreszeit. Nicht zuletzt die Tatsache, dass viele vormalige Bürger der Stadt die Bergkirchweih zur Wiederbegegnung mit alten Bekannten fest einplanen, beschert dem Fest jährlich regelmäßige Besuchermengen von gut einer Million Menschen in zwölf Tagen. Das ist das Zehnfache der Einwohnerzahl Erlangens. Nach dem Oktoberfest in München und dem Gäubodenfest in Straubing ist die Bergkirchweih damit nach Besucherzahlen das drittgrößte Volksfest Bayerns.

Ausschankschluss ist um 23.00 Uhr. Im Anschluss ergießt sich ein Strom von Menschen in die Innenstadt, wo in und vor Kneipen sowie in Discos bis in die Morgenstunden weitergefeiert wird.

Geschichte

Der Name Bergkirchweih zeugt noch vom Ursprung des Festes, nämlich der Feier einer Kirchweih auf dem Berg. Gefeiert wird das Patrozinium der Altstädter Dreifaltigkeitskirche.

Am 21. April 1755 beschloss der Stadtrat, den Erlanger Pfingstmarkt, der bisher in der Altstadt abgehalten worden war, ab Pfingstdienstag für drei Tage am Altstädter Schießhaus durchzuführen, wo die Schützen zur gleichen Zeit ihr Vogelschießen abhielten. Zu einer weiteren Attraktion des neuen Jahrmarkts wurden bald die Felsenkeller am Burgberg, an denen kühles Bier ausgeschenkt wurde. In diesen Kellergewölben wurde bis ins frühe 20. Jahrhundert hinein Bier zum Reifen gelagert, da dort das ganze Jahr über konstant kühle Temperaturen herrschten. Einzelne Gewölbe erstrecken sich bis zu 500 Meter in den Berg hinein und hindurch, so dass von Teichen auf der gegenüberliegenden Seite des Berges Eis zum Kühlen des Bieres gebrochen werden konnte. Diese Stollen sind heute jedoch teilweise eingestürzt und nicht mehr durchgängig.

Im 19. Jahrhundert wurde während der Bergkirchweih die Sammlung des Anatomischen Instituts zur Volksbelustigung geöffnet.

Im Jahre 2005 wurde 250 Jahre Bergkirchweih gefeiert. Tatsächlich gab es die Bergkirchweih damals zwar seit 250 Jahren, sie hatte aber nicht in jedem Jahr stattgefunden.

(Der obige Text ist der Wikipedia entnommen; er steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.)



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